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Christi Himmelfahrt und Kohelet En schöner Tag heute und sicher für viele ein fröhlicher Tag mit Freunden und gemütlicher Wanderschaft.Wir feiern Christi Himmelfahrt, also das endgültige Zurückkehren von Jesus Christus zu Gott, seinem Vater. Das ist für uns (und ich hoffe, für alle Menschen) eine große Hoffnung. Es geht nach diesem Leben weiter. Aber manchmal ist das so eine Sache mit der Freude und der Hoffnung. Gestern hat Alice ein totes Zicklein geboren. Schmallenberg-Virus, das Virus, das seit dem letzten Sommer viele Schafe und Ziegen infiziert hat und zu Missbildungen und Früh- oder Totgeburten führt. Nun hat es auch meine schönste Ziege erwischt. Gestern waren wir alle traurig. Heute geht es ihr wieder besser, Gott sei Dank. Nun hoffe ich sehr, dass Schwarzes Mädchen nicht das gleiche bevorsteht. Auch eine Hoffnung, die aber eingebettet ist in das Wissen um die Bandbreite des Lebens. Sterben gehört dazu. Im Buch Kohelet steht: Alles hat seine Stunde ... eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, ... eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen. (Kohelet 3) In diesem Sinne: Gesegnete Zeit. Pax et Bonum Maria Anna | |||
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Wichtig!! Liebe Besucher meiner Website,gestern habe ich bei wir-sind-die-urheber unterschrieben, eine wichtige Aktion – ins Leben gerufen von bedeutenden KünstlerInnen und SchriftstellerInnen in Deutschland -, mit der sich gegen den Diebstahl geistigen Eigentums im Internet gewehrt wird. Auch ich sehe nicht ein, dass ich für meine Arbeit kein Geld mehr bekommen soll. Das wäre ähnlich wie der Bäcker, der seine Brötchen verschenkt oder die Autofabrik, welche die Wagen kostenlos abgibt. Auf der Seite der Aktion stand eine deutliche Warnung, dass es "Kriminelle" gäbe, die jeden der Unterzeichner hacken würden. Mein Webmaster ist informiert und nun auch ihr, die Besucher. Falls es also in der nächsten Zeit hier plötzlich komisch wird oder schwarz auf der Seite oder ähnliche Unregelmäßigkeiten, hat der Hackerversuch geklappt. Das dazu. Ansonsten bereite ich mich auf den Katholikentag vor; es läuft am Samstag eine kleine Veranstaltung mit mir und so ganz ohne Vorbereitung sollte ich vielleicht nicht hinfahren. Nachwuchs ist immer noch nicht da. Aber eine große Überraschung war diesbezüglich in der vergangenen Woche. Alice ist immer noch schlank, es tat sich absolut nichts, sie ist definitiv nicht trächtig. Meine Vermutungen waren wohl Wunschvorstellungen. Also saß ich etwas betrübt im Stall neulich morgens beim Füttern, schaute Schwarzes Mädchen beim Fressen zu und strich ihr über den Bauch. Da trat jemand von innen gegen meine Hand – WOW, Glücksgefühl pur und die Sicherheit: die ist trächtig. Jetzt hoffe ich sehnlichst, dass es nicht kommt, wenn ich weg bin. Freunde wohnen zwar in der Zeit hier und passen auf, aber das würde ich echt nicht gern verpassen. Eigentlich wollte ich ja weiter zum Thema Konflikt schreiben, aber irgendwie kriege ich die Kurve nicht. Vielleicht, weil es momentan draußen so schön ist und der Garten wie immer viel Freude macht, auch wenn der verflixte Giersch sich ausbreitet wie die Pest. Naja, auch ein Konflikt: Nehme ich tatsächlich die chemische Keule und halte ihn so von den kostbaren Beeten ab – schließlich lebe ich im Winter zu einem großen Teil von meinem eingemachten Gemüse und Obst - oder versuche ich alles per Hand freizuhalten, was fast nicht zu schaffen ist. Ich werde sehen. Euch erst einmal eine gute und gesegnete Woche mit einem schönen Fest darin: Christi Himmelfahrt. Und, wer hinfährt: einen fröhlichen und geistlich fruchtbaren Katholikentag in Mannheim! Pax et Bonum Maria Anna | |||
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Asketische Lebensweise ändern Letzten Sonntag, also da habe ich mal ausnahmsweise!!! so ein Sonntagsblättchen mitgenommen, als ich mir ein paar Sonntagsbrötchen geleistet habe.Und weil ich ein neugieriger Mensch bin und gerne lache, las ich auch das Horoskop. Mir ist fast der Kaffe wieder hoch gekommen vor Gelächter!! Da stand, ich zitiere: "Geben Sie bitte endgültig Ihre Zurückhaltung auf; beenden Sie Ihre schon als asketisch zu bezeichnende Lebensweise." Nun habe ich es schwarz auf weiß, dass ich asketisch lebe. Wie schön. Und es passt ja auch echt nett ... momentan bin ich wirklich ausserordentlich asketisch, zumindest was die Arbeit anbelangt. Ich verputze meinen Gebetsraum neu mit einem tollen Sumpfkalkfeinputz von HAGA (Huch, Schleichwerbung) Dieses Calkosit ist super. Ich sehe zwar hinterher immer ein wenig aus wie, nun ja, als wäre ich eben kurz dadurch gerobbt, aber die Wände sind klasse geworden. Und es macht eine tolle Raumatmospäre. Ansonsten geht alles seinen Gang, nur der Garten kommt dabei ins Hintertreffen. Zwergziegenmäßig hat sich noch nichts getan. Alice lässt sich mit der Geburt Zeit. Ich hoffe und warte ... Allen einen schönen Mai und Pax et Bonum Maria Anna ach ja, schaut mal bei den Links. Da steht ein neuer: www.arcanime.de . Das lohnt sich! Arca Animae macht auf wunderbare und sehr leckere Dinge aufmerksam, die dort auch in Fülle angeboten werden!! Kein Shop, keine Angst, sondern ein tolles Gesamtkonzept. :-) | |||
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Weißer Sonntag? Manche, bei denen dieser Tag heute eine ganz besondere Bedeutung hat, feiern kräftig. Heute ist der sogenannte Weiße Sonntag. Es ist der 2. Sonntag nach Ostern und er schließt die Osterwoche, die Osteroktav ab. Ursprünglich bedeutete das weiß im Namen, dass an diesem Tag die Täuflinge (meist Erwachsene), die in der Osternacht getauft worden waren und bis jetzt das weiße Taufkleid getragen hatten, dieses weiße Taufkleid ablegten und wieder normale Kleidung trugen. Über die Jahrhunderte hat sich dieses Wissen leider verflüchtigt. Heute meinen viele, weil die kleinen Mädchen bei ihrer Erstkommunion so eine Art Brautkleid (weiß!) tragen, hieße der Tag Weißer Sonntag. Schade, dass so eine Äußerlichkeit dazu geführt hat, dass der eigentliche Sinn der Feier der ersten Heiligen Kommunion so verschleiert wird. Wenn ich manche dieser Mädchen sehe, mit teurem Kleid, passendem Handtäschchen, Handschuhen, hochhackigen Pumps und dazu sind viele auch noch geschminkt wie Heide Klum (oder wie heißt diese Model-Managerin??) - was wird da auf diese Kinder projeziert? Sehen die so aus wie Mama (oder die Freundin von Papa) nochmal aussehen möchte? Mich macht das manchmal traurig und da hilft es auch nicht, dass man / ich über die Werte jammere, die sich inzwischen komplett verflüchtigt zu haben scheinen. Manchmal ist das in einer Gemeinde ein echter Konflikt: Lasse ich den Eltern diesen Willen und gehe sozusagen bewusst das Risiko ein, dass von der Erstkommunion nur die Begeisterung über das tolle Kleid / den schicken Anzug übrigbleibt? Oder riskiere ich den Krach, versuche dabei den Kindern die Sensibilität zu eröffnen für das große Geheimnis, dass sie in der Eucharistie etwas anderes geschenkt bekommen als das Frühstücksbrötchen? Manchmal sitzt man da zwischen zwei Stühlen. Bzw. fällt in der Mitte durch und sitzt dann belämmert auf dem Boden. Ich hätte gern eine Lösung, aber ... so ein Konflikt braucht Zeit. Die nächsten Tage werde ich mal eine Lösung vorschlagen, die aber auch nur ein Versuch ist aus meiner Position (kinderlos und in der Lage, unbegrenzt phantasievoll über alle Themen reden und schreiben zu können) Bis dahin eine gesegnete Zeit und!! Frohe Ostern. Denn wir Christen feiern dieses große Fest ja volle fünzig Tage bis Pfingsten! ;-) Pax et Bonum Maria Anna
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Ein Text auf kirchentuer(punkt)de Ab heute steht auch ein Text zu den Drei Österlichen Tage auf der Website des Offizialats Vechta, das zum Bistum Münster gehört. Mit einem etwas anderen Blick auf das Fest.Unter Aktuelles. Gerade erst bemerkt: Der Text wird ab 18.00 Uhr freigeschaltet. Pax et Bonum Maria Anna | |||
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Die Drei Österlichen Tage Die letzten Wochen war hier wieder einmal eine längere Pause – die Arbeit ließ nichts anderes zu. Leider. Aber nun ist das größte Fest des Jahres ganz nahe und ich freue mich auf frohe und auch erholsame Tage.Mit Ostern ist das ja so eine Sache. Zunächst einmal verstehen die wenigstens Menschen, dass es eben nicht nur der Sonntag und vielleicht (in Deutschland jedenfalls) auch noch der Montag ist, an dem wir dieses Fest feiern. Ab Gründonnerstag - oder wie er auch genannt wird: Hoher Donnerstag – beginnt das große Triduum, die Drei Österlichen Tage. Sie sind wie ein Tag, denn das Geheimnis dieses Festes ist nicht nur die Auferstehung Jesu. Es beginnt mit dem letzten Abendmahl, das in ausdrucksstarker Liturgie am Abend des Gründonnerstag gefeiert wird. Es ist kein Spiel, was da geschieht: Verkündigung, Jesu eindringliche Worte und Zeichen, die Fußwaschung an seinen Jüngern. Es ist Vergegenwärtigung. Indem es symbolisch getan wird, geschieht es sozusagen noch einmal. Damals hat Jesus es selbst getan, heute tun wir es in seinem Namen und in seinem Geist. Und das schafft eine Form von Verbindung, die öffnet und bereit macht für die Kraft, die aus diesem Tun Jesu damals und bis heute erwachsen kann. Am Karfreitag dann, dem schmerzvollsten Tag im Jahr, zumindest für mich, gedenken wir nicht nur des Todes Jesu, sondern versuchen uns an das ganze Spektrum zu erinnern, das damit verbunden ist: Gott selbst ist in Jesus Mensch geworden und lässt sich freiwillig töten; sein Schmerz erwächst aus unseren Schmerzen, sein Tod hat eine Macht, die den Tod für uns Menschen zum Tor werden lässt. Jesu Tod ist der Tod des Gottmenschen Jesus, mein eigener Tod kommt mir in den Sinn, wie wird er sein, was werde ich erleben, spüren, wie wird das Tot-sein sein? Das Sterben der Menschen heute, früher, die großen und bedrückenden Leiden der Menschen, die Leiden der Schöpfung, Tiere, Pflanzen, was hat das mit mir und meinem Leben und Sterben zu tun ... viele, viele Gedanken, die am Karfreitag in meinem Kopf und in meinem Herzen sein werden. Karsamstag dann ist sozusagen der Alltag par excellence. Es gibt keinen Gottesdienst, keine Eucharistiefeier. Der Tag symbolisiert für mich auch ganz stark die Gleichgültigkeit der Menschen (auch meiner, leider) dem Leid gegenüber. Wie schnell sind wir beim Tagesgeschäft, obwohl ein Familienangehöriger, eine Freundin, ein Nachbar gestorben ist, schwer krank wurde oder arbeitslos, verlassen. Karsamstag ist der graue Tag, an dem wir unsere Routine ablaufen lassen und nicht merken, was alles an fundamental wichtigen Dingen passiert. Die Auferstehung am Ostersonntagmorgen sprengt dann alles oder besser: fügt alles zu einem riesengroßen Ganzen zusammen. Nicht alles können wir verstehen. Ich verstehe es jedenfalls nicht. Aber ich kann es glauben. Der, der tot war, lebt. Punkt. Das heißt für mich: auch mein Tod, meine Tode und die aller Menschen sind nicht das Letzte. Was für eine Perspektive. In diesem Sinne allen eine gesegnete Feier der Drei Österlichen Tage. Und nach Ostern dann werde ich wieder etwas mehr nachdenken über Dialog und Konflikt und so weiter ... wenn mir der eventuell anstehende Zwergziegennachwuchs die Zeit lässt. ;-) Pax et Bonum Maria Anna | |||
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Halsstarrig oder konsequent? Der Frühling naht, die Zwergziegen fangen an miteinander zu raufen und die Vögel sind schon längst beim Sängerwettbewerb um die hübschesten Vogeldamen. Alles scheint sich neu zu positionieren und manchmal denke ich an den Dialog schon früh am Morgen, wenn ich die Fenster öffne. Wenn Frieda, Alice und Schwarzes Mädchen sich kabbeln, dann geht es in der Regel recht vorsichtig zu. Die Schädel knallen zwar ordentlich gegeneinander, aber eigentlich ist das alles Show. Jede weiß ihren Rang und hält sich an die Ordnung. Nur selten gibt es richtige Kämpfe.Manche Gespräche zwischen Menschen dagegen wirken allerdings eher wie ein Kampf um Leben oder Tod. Oder wie eine Fechtübung mit scharfen Waffen und ohne Schutzkleidung. Aber nicht wie ein respektvoller Dialog. Da geht es Schlag auf Schlag, dem anderen werden die Argumente um die Ohren gehauen, er wird an die Wand gedrückt oder aus dem Ring geworfen. Auch andere Meinungen, Kritik oder das Beharren auf einem Standpunkt sind nicht akzeptiert und werden mit scharfen Worten regelrecht bekriegt. Da werden Schlachten geschlagen ohne weiße Fahne! Also ist ein gutes Gespräch nur etwas, wo alle nachgeben und keiner seine Meinung vertreten darf? Der nächste Satz aus dem Dialogpapier von Pater Lambert nimmt darauf Bezug, auf diese Wortschlachten und Argumentationskriege. Er sagt: Notwendig sei eine liebevolle Hartnäckigkeit. Und er erzählt, dass der heilige Ignatius, sein Ordensgründer, einmal 14 Stunden vor dem Zimmer eines Kardinals saß, weil Ignatius unbedingt mit ihm sprechen wollte. Ganz schön hartnäckig, diese Dialogsuche. Bei kirchens in deutsch dürfte das nicht unbedingt als "Gnade der Beharrlichkeit" angesehen werden, sondern wohl eher als Aufsässigkeit oder als querköpfig, widerspenstig und manchmal sogar als ungehorsam gelten. Und doch! Wenn ich eine Position für mich gefunden habe, sie mit guten sachlich begründeten Argumenten ruhig vertreten kann und nicht zu billiger Polemik greife: dann ist das ein Gewinn für den ganzen Dialog und kein Verlust. Aber dazu muss ich die vorhergehenden Punkte gelernt und verstanden haben: - "Ich an ihrer Stelle würde hören!" - "Ich würde versuchen, beim Zuhören zu lernen." - "Die Auffassungen der andern verspüren und kennenlernen." - "Auf die Gefühle der anderen achten." Die Punkte, die in den letzten Wochen hier schon bedacht wurden, werden erst vom letzten Punkt her in ihrer Wichtigkeit erkannt. Liebevoll !!! hartnäckig kann ich erst dann sein und mit Gewinn für alle sein, wenn ich auf mein Gegenüber höre, ihn dabei zu verstehen suche, vor allem seine Auffassung versuche zu verstehen und seine Gefühle achte. Im Gesamt dieser Herausforderungen kann und darf ich dann meine Position bis zum letzten hartnäckig und auch sogar widerspenstig vertreten. Keine leichte Aufgabe! Denn was macht man, wenn das Gegenüber den Dialog verweigert? Wenn es keinen Dialog gibt, sondern einen Konflikt? Dann wird’s richtig schwierig. Aber dazu später mehr. Es ist schon wieder verflixt spät, also hier eine Gute Nacht an alle und Pax et Bonum Maria Anna | |||
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Fastenzeit und Dialog Und weiter geht es mit dem Dialog, jetzt mit einer besonderen Note: Wir sind in der Fastenzeit seit gestern und da bekommt das Thema eine, wie ich meine, die Sichtweise noch vertiefende Komponente.Aber zunächst der Satz aus dem Dialogpapier von Pater Lambert: "Auf die Gefühle der andern achten". Nee, nee, so einen Weichspüler können wir bei harten Auseinandersetzungen nicht gebrauchen! Das ist was für Softies und Weicheier ... so oder ähnlich höre ich jetzt Stimmen, die mit diesem Satz partout nichts anfangen können. Aber Gefühle und Empfindungen gehören zu jedem Menschen, auch zu einem knallharten Kerl (oder eine eiskalten eisernen Lady) Und sie bestimmen uns und unser Verhalten, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. Oft steckt hinter den harten Positionen Angst. Und wenn ich ein Dialogpartner sein will, dann muss ich das bei mir und bei meinem Gegenüber in Betracht ziehen. Der Dialog sollte also gestaltet werden, dass Empfindungen gesagt werden dürfen, ohne dass der andere belächelt, verspottet oder fertig gemacht wird. Lambert nennt das die Atmosphäre entängstigen. Gefühle sind zu achten und nicht zu zertrampeln! Das gilt für alle Beteiligten. Egal, ob es ein hochstudierter Akademiker ist oder ein Handwerker, eine Frau Doktor oder ein Mädchen aus dem Dienstleistungsbetrieb. Jeder und Jede verdienen Respekt und Achtung, auch wenn ich die Gefühle nicht teile oder sie mir peinlich sind!!! Wer sich darauf einlässt, nimmt nicht nur die Würde des anderen Menschen wahr und achtet sie. Er wird auch plötzlich spüren, dass das Zulassen von Empfindungen ein Weg zur Verständigung ist, aus dem eine starke innere Kraft erwachsen kann. Gerade jetzt in der Fastenzeit bekommt diese Sichtweise eine besondere Intensität. Wenn ich als Christ davon überzeugt bin, dass wir Menschen Geschöpfe eines einzigen Schöpfers sind, der uns alle geschaffen hat aus unbegreiflich großer Liebe und der das Heil aller will und wirkt, dann verletze ich göttliches Recht, wenn ich den Mitmenschen nicht achte und seine Gefühle verspotte oder belächel. Und da wir alle gemeinsam diese Welt im Auftrag des Schöpfers gestalten und gut gestalten sollen (und auch wollen, nehme ich mal an), dann schneidet sich jeder quasi in sein eigenes Fleisch, wenn er dem anderen schadet. Einen guten Beginn der Fastenzeit wünsche ich allen, denen das wichtig ist. Und den anderen erhoffe ich auch ein Auftauen aller Härte, und ein Aufblühen von innerem Frieden, klarer Sicht auf die Dinge um ihn herum und Mut zum menschlichem Handeln. Pax et Bonum Maria Anna | |||
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Der Dialog und die drei Siebe Die große Kälte ist ein wenig milder geworden und heute hat es hier sogar geschneit. Aus der Grippe wurde "nur" eine Erkältung, allerdings irgendwie nichts halbes und nichts ganzes. Man laboriert so damit herum ...Das Thema Dialog aber soll nichts halbes bleiben, es geht also weiter im Text. Wenn ich einen wirklich Dialog führen möchte, ist der erste Schritt – wie schon gesagt – das Hören, das Zuhören. Aber da steckt viel mehr drin als nur die Worte zu hören, sie zu vernehmen, die mein Gegenüber spricht und den sachlichen Inhalt darin. Pater Lambert hat als nächsten Schritt vermerkt: "Ich würde versuchen, beim Zuhören zu lernen". Es geht darum zu begreifen, was der andere wirklich aussagen will, was er vermitteln will. Das kann viel mehr sein als die Worte sagen. Es ist ein Prozess besonderer Art, zu lernen, was das Gegenüber wirklich aussagen will, zu lernen, besser und klarer zu verstehen. Und wie lerne ich, jemanden besser zu verstehen? Ignatius von Loyola meint dazu: Zunächst einmal dadurch, dass ich voraussetze, dass wir uns gegenseitig helfen und nutzen können. Weiterhin: Dass ich bis zum Beweis des Gegenteils annehme, dass in dem, was mein Gegenüber sagt, etwas Sinnvolles steckt. Dazu muss ich z. B. nachfragen, wie der andere zu seiner Ansicht gekommen ist, was für Erfahrungen dahinter stecken. Eine gute Hilfe kann es auch sein, dass ich versuche mit meinen eigenen Worten noch einmal zu wiederholen, was ich glaube, dass der Andere gesagt hat. In etwa diesem Sinne: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, meinst du dass sich das so verhält ... Viele Missverständnisse könnten vermieden werden, wenn sich zu Anfang eines Dialogs solche und ähnliche kleine Schritte des Bemühens um Verständigung anbahnen würden. Und noch etwas, das sehr wirksam verhindern kann, dass sich gute Kommunikation auf die Ebene von Gerüchten und böswilliger Unterstellung erniedrigt: Das Prinzip der drei Siebe. Dazu eine kleine Geschichte, die wahlweise von Sokrates, einem Wüstenvater oder einem alten Weisen erzählt wird. Zu einem solchen Menschen kommt jemand, der ihm unbedingt etwas erzählen will: Folgendes Gespräch ergibt sich: "Lass sehen, ob das, was du mir mitteilen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du das, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?" "Nein, ich hörte es vorhin, und ..." "So, so. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr festgestellt, wenigstens gut?" Etwas zögernd sagte der andere: "Nein, das ist es nicht, im Gegenteil ..." "Dann lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und luns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so aufregt." "Notwendig nicht gerade, aber ..." "Also, wenn das, was du mir erzählen willst, nicht wahr, nicht gut und nicht notwendig ist, so lass es tief begraben sein und belaste mich und auch dich nicht damit!" In diesem Sinne eine gute, gesegnete und mit milderer Witterung beschenkte Woche! Pax et Bonum Maria Anna | |||
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Etwas zur Wortbedeutung Dialog Der Ofen glüht, die Katze döst und die Zwergziegen habe bis jetzt die Kälte gut vertragen. Mich hat zwar ein Hauch Grippe erwischt und ich hoffe, es wird nicht mehr, aber für ein paar Sätze zu Dialog reicht‘s noch heute Abend.Also Dialog! Wenn man genau hinschaut, besteht dieses Wort aus zwei Wörtern. Dia und log, beides kommt aus dem Griechischen und bedeutet: Dia = zwei und log, logos = Wort. Dialog könnte man also kurz und knapp mit Zweiwort oder Zwiegespräch übersetzen. Es steht im Gegensatz zu Monolog, mono = eins, allein und log, logos = Wort: Monolog wäre also das Alleingespräch, wir sagen eher Selbstgespräch. Zu einem Dialog gehören also folgerichtig immer mindestens zwei. Es braucht ein Gegenüber für den Dialog; nicht nur das Ich muss da sein, auch das Du. Pater Willy Lambert schreibt zu Beginn seines Dialogpapiers, man könne viel gewinnen und viel verlieren bei einem Dialog. Darum sei es am Anfang immer wichtig, sehr genau zu überlegen, was ich bei diesem Dialog will. Das bedeutet jetzt nicht: ich muss scharf nachdenken, wie ich mein Gegenüber dazu kriege, meinen Argumenten möglichst widerstandslos zu folgen und mir zuzustimmen. Lambert zitiert Ignatius von Loyola (wen sollte er als Jesuit auch sonst zitieren ;-) ), der in einem Brief schrieb: "Ich an ihrer Stelle würde hören!" Am Anfang eines Dialogs steht also immer das Hören, das Hinhören auf den anderen, auf mein Gegenüber. Wenn ich nicht bereit bin diesem Du zuzuhören, also seine Meinung wirklich wahrzunehmen, dann ist der Dialog von vorn herein ohne Chance. Dazu gehört zunächst einmal selber den Mund zu halten, wenn der andere redet. Und bei diesem Schweigen nicht zu überlegen, wie hebel ich den jetzt aus mit dem, was er gerade gesagt hat. Sondern bei sich selbst klar zu haben: ich möchte bereit sein, den anderen wirklich zu hören und zu verstehen. Auch wenn seine Meinung der meinen entgegensteht. Demnächst mehr an dieser Stelle. Jetzt gibt es heißen Holundersaft und die Waagerechte! Gesegneten Sonntag und Pax et Bonum Maria Anna | |||
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